Wieso gibt’s nur einen König im Dreikönigskuchen?

von Community Manager ‎06.01.2017 06:00 - bearbeitet ‎06.01.2017 09:26 (1.873 Ansichten)

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Unsere Autorin macht sich Gedanken über den Dreikönigstag, über andere Länder und ihre Sitten und mampft dazu den besten Dreikönigskuchen der Welt.

 


jrene.jpg.png Oft treffen einen fundamentale Fragen ganz unvorbereitet. „Wieso steckt nur ein König im Dreikönigkuchen“, wundert sich mein ehemaliges Teamgspändli Jrene auf Instagram. Ja genau, wieso eigentlich? Die Welt wäre mit drei Königen im Kuchen eine Bessere: Vor meinem inneren Auge tanzen glückliche Kinder („Ich habe den König!“ – „Ich auch!“ – „Ich auch!“). Weiteres Plus: Mit jedem Kuchen gäbs eine Live-Inszenierung von Kaspar, Melchior und Balthasar.

 

Doch die Tradition will es anders. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Der Dreikönigskuchen hat seinen Ursprung möglicherweise im alten Rom, wo zu Ehren des Saatengottes Saturn alljährlich ein Volksfest veranstaltet wurde. Im Kuchen, der anlässlich der Festlichkeiten gebacken wurde, versteckten sie eine Bohne. Wer die fand, war für einen Tag Bohnenkönig. Glaubt man dieser Version, mischen beim Kuchen Kaspar, Melchior und Balthasar also gar nicht mit, deshalb gibt’s auch nur einen König im Kuchen.

 

In der Schweiz hauchte der Bäcker-Konditorenmeister-Verband zu Beginn der 1950er-Jahre dem Brauch neues Leben ein. Mit grossem Erfolg. Heute stellt allein die Jowa in ihren Bäckereien  rund eine halbe Million Dreikönigskuchen her. Jeder König  wird von Hand eingeknetet. „Eine Königversteckmaschine gibt’s nämlich nicht“, verrät uns Heike Zimmermann von der Jowa. Und: In drei Genossenschaften werden auch vereinzelt Königinnen versteckt.

 

Auch in anderen Ländern wie Frankreich und England isst man am 6. Januar Dreikönigskuchen. In Spanien steckt im Kuchen nebst dem König noch eine Bohne. Die Tradition will es, dass derjenige, der die Bohne erwischt, nächstes Jahr den Kuchen kaufen muss. Das gefällt mir eigentlich sehr gut. Sowas wie ein Trumpf und ein Zonk in ein und demselben Kuchen.

 

Was meint ihr: Sollten wir in der Schweiz auch noch einen Spezial-Effekt wie eine Bohne einbauen? Oder sollte man den Kuchen der Korrektheit wegen gar umbenennen in „Einkönigskuchen“? Wir sind gespannt auf eure Meinungen.

 

P.S. Den in meinen Augen besten Dreikönigskuchen der Welt gibt’s natürlich beim Detailhändler meines Vertrauens (beginnt mit M).

 

Kommentare
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von Frederica
am ‎06.01.2017 08:10

Persönlich sagen mir die französischen Dreikönigskuchen mehr zu. Die flache Galette des rois besteht aus Blätterteig und einer Mandelfüllung. Der Gâteau des rois aus Hefeteig, der nach dem Backen mit kandierten Früchten bestückt wird. In beiden ist ein Feve (Bohne) aus Plastik oder eine Münze versteckt.

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von Engel63
am ‎06.01.2017 14:47

Danke für die Information, toll, habe ich nun was gelernt, auch Grossmami's können immer noch dazu lernen und ich werde nun den Enkelinnen die Geburt des Dreikönigskuchens erklären, super.

 

Für mich stimmt es so wie es ist, ein König genügt wohl, jedenfalls aus meiner Sicht, spannend ist es allemal.

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von Community Manager
am ‎06.01.2017 15:10

Liebe @Engel63

Freut mich von dir zu hören! Und grüsse an die Enkelinnen!

Ich schnapp mir noch ein Stück Königskuchen, habe zwar noch keinen König erwischt, aber schmecken tuts ja alleweil.

 

Liebe Grüsse,

Cristina

 

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von moz79
am ‎06.01.2017 16:37

Ist mir komplett egal wie der Kuchen heisst, Hauptsache ohne Rosinen drin. Den König erwische ich sowieso nie. Mein LAG hingegen ist Profi und oft dreifach gekrönt ;-)

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von Phalaenopsis
am ‎13.01.2017 10:04

Sympathische Frage, ist mir so noch gar nie aufgefallen. Ich werde ab sofort den 3-Königskuchen selber machen und die 3 Könige (Melichior, Balthasar und Kaspar) berücksichtigen! Der Ursprung ist zwar schön, ich will jedoch diese Variante: am 6. Januar bringen die 3 Könige dem Christkind die Geschenke und so wird am 6. Januar an die gedacht Smiley (überglücklich) Happy Friday, 13.!

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von Frenchman
am ‎13.01.2017 10:32

@Phalaenopsis, so mache ich es zu Weihnachten. Der Ursprung ist zwar schön, ich will jedoch dieses Variante: An Weihnachen bringt der Osterhase die Eier.