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Betreff: Palmöl

Anhand der enormen Entwicklung in der Produktion ist es schwierig, die Produkte von früher mit den heutigen zu vergleichen.

Palmöl hat verschiedene Eigenschaften; z. B. ist es bei Raumtemperatur cremig-zäh (gewünschte Konsistenz), wird nicht schnell ranzig (Haltbarkeit), hat bindende, emulgatorische Eigenschaften, ist sehr ergiebig in der Produktion im Verhältnis zu anderen Ölsamen...

Früher waren Produkte einerseits weniger technisiert, andererseits wurden andere Techniken angewendet, um die Eigenschaften von Palmöl zu erzielen: z. B. das Härten von Pflanzenölen, um die Konsistenz zu beeinflussen; tierische Fette wurden ebenfalls vermehrt eingesetzt.

Dass es anders nicht möglich ist steht ausser Frage, aber ich nehme an, dass Palmöl aufgrund des Preises bevorzugt wird.
Jungautor
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Betreff: Palmöl

Gerade eben hat die Firma Bahlsen ihre Konfekt mit Palmöl zurückgezogen (aufgrund lauter Proteste) und produziert diese wieder mit Butter. Also nehme ich an, dass es auch ohne Palmöl geht.

Zum anderen: die Bauern auf Borneo und den Pazifischen Inseln sind ja sehr erbaut, dass ihnen ständig Lang enteignet werden, damit Palmöl produziert werden kann. Und es erzähle mir niemand, Palmöl könne nachhaltig produziert werden.

Nein! Es sind unsere Mutis, die immer noch mehr scheffeln wollen und wenn die Ländereien der eingeborenen Bauern dabei drauf gehen. Was interessiert es die Mutis,was mit der Welt passiert solange sie ihren Klunker verdiensen können. Das unter anderem ärgert mich an dieser leidigen Palmölgeschichte.

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Betreff: Palmöl

Hut ab von der Firma Bahlsen. Mir ist Butter eh viel lieber. Also liebe Migros es geht, hört mal auf eure Konsumenten, 

M-VIP
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Betreff: Palmöl

Kurz zu Bahlsen: klasse Sache auf jeden, aber die Kekse wurden für Deutschland schon immer mit Butter hergestellt. Die Umstellung von Palmöl auf Butter war ca. Vor einem halben Jahr und betraf eh nur die Kekse welche nach Osteuropa geliefert wurden, also schlechtere Qualität, "mit dene chames mache", sehr verwerflich eigentlich.

 

Nundenn: Kekse gehen also mit Butter auch wenn Palmöl verwendet wird, eine grosse schweizer Bäckerei stellt auch auf Alternativen um (Raps) statt auf Palmöl. Es ginge schon. Nur, das wissen wir ja, darf Migros sowas nicht bewerben da sie " Pro Green Palmöl" sein muss (irgendwo war mal der Text dazu als Stellungnahme) wir können nur hoffen dass die Zukunft doch ein Umdenken bringt.

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Betreff: Palmöl

Am Ende stellt sich dennoch die Frage, ob ein Umstieg auf Butter überhaupt wünschenswert ist. Ist ja mittlerweile common knowledge, dass dumie Kuhhaltung/Milchindustrie eins der top Klima-, Natur-, Tier- und Menschenübel schlechthin ist.
Mit Bio-Butter haben wirs wohl auch nicht zu tun...

Ein Plus ist immerhin die Regionalität, und anstelle Regenwald wird europäischer Boden vermindert. Letzteres ist zwar auch nicht unbedingt viel besser.
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Betreff: Palmöl

Die Schweiz ist aufgrund ihres Klimas und ihrer Topografie geradezu prädestiniert für Milchwirtschaft und somit Butterproduktion, Veganismus ein reiner Ausdruck der Dekadenz unserer verwöhnten Gesellschaft. Wenn ich nicht völlig veralteten Informationen aufsitze, haben wir Milch und Butter immer noch im Überfluss. Aber statt dass man diesen wertvollen einheimischen Schatz hebt und unsere Bauern anständig davon leben lässt, drückt man die Preise mit dem Import von billigem Mist aus den Tropen, der die grüne Lunge unseres Planeten zerstört und massenhaft Existenzen vernichtet (und damit ist nicht nur Palmöl gemeint, sondern auch Rind- und Lammfleisch und sogar Wild). Und gleichzeitig verganden hierzulande und auch überall sonst in Europas Gebirgen immer mehr Alpweiden, weil es sich angeblich nicht mehr lohnt, diese zu bewirtschaften. Die Verantwortlichen unserer Lebensmittelindustrie und Grossverteiler sollten sich sowas von schämen! Aber auch der Konsument muss sich an die Nase fassen, der meint es müsse immer noch billiger sein, obwohl man noch nie einen so geringen Anteil des Einkommens für Lebensmittel ausgeben musste wie heute.

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Betreff: Palmöl

95%ige Zustimmung; nur, dass Milchindustrie Hand in Hand mit Fleischindustrie/Rindviehhaltung geht und somit - trotz Lokalität - kaum umweltverträglich ist beim aktuellen Konsumniveau. Kenne hierzu keine Zahlen oder Referenzen; aber ich frage mich, ob in der Schweiz Raps- oder Sonnenblumenöl verträglichere Alternativen wären...
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Betreff: Palmöl

Kann sein dass ich den Link schonmal schrieb aber hier beweist eine Grossbäckerei es geht ohne Palmöl, und bisher schein Sonnenböumenöl das beste zu sein:

https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/es-geht-auch-ohne-palmoel-2

 

Beim suchen stolperte ich über einen neueren Artiķel, wurde der Bericht vom Beobachter schonmal gepostet?

https://www.beobachter.ch/umwelt/okolabel-der-palmol-maulkorb

Da wird sogar Migipedia Forum erwähnt:

 

"Viele Konsumenten nervt dieser Ölboom. Denn er führt in Indonesien und Malaysia zur Abholzung riesiger Urwaldflächen. Wer kein Palmöl im Essen wolle, brauche eine Lupe für das Entziffern der Zutatenliste, kritisieren Kunden im Migros-Onlineforum. Doch alle vier Grossverteiler sagen, dass es grundsätzlich keine Alternative zu Palmöl gebe..."

 

"...Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn die vier Detailhändler sind als Mitglieder des Ökolabels RSPO gezwungen, den Absatz von nachhaltigem Palmöl «zu fördern und nicht zu beeinträchtigen». Das schreiben die internen Richtlinien zur Marktkommunikation seit November 2016 vor. Der springende Punkt: Negativwerbung ist nicht erlaubt. Die Mitglieder dürfen nicht einmal sagen, dass der Verzicht auf Palmöl bei einem Produkt umweltverträglicher sei als nachhaltiges Palmöl. Falls sie sich nicht daran halten, kann die RSPO-Organisation rechtliche Schritte gegen sie einleiten.""

 

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Betreff: Palmöl

@Bodenseeknusperli
Danke dir für den Link! Soweit ich im Bilde bin, stehen die Produzenten und Händler vor einem Clinch: entweder RSPO-Label Palmöl - die einzige zurzeit existierende Zertifizierung für nachhaltigere Palmölproduktion - ohne Negativwerbung, oder gar kein RSPO-Palmöl.
Im letzteren Fall haben sie zwei Möglichkeiten: auf konventionelles Palmöl ausweichen, oder ganz verzichten und ein anderes Öl verwenden, das mit geringen bis hohen Kostensteigerungen einhergeht und das bestehende Produkt ggf. in seinen Eigenschaften ändert.
Und weil rein vom Flächenertrag die Ölpalme am „besten“ abschneidet, wäre ein kompletter Umstieg auf andere Ölpflanzen im Endeffekt fataler für die Umwelt. So die bisherigen auffindbaren Infos, die stark zugunsten der RTSPO-Richtlinien stehen.

Wie transparent das Ganze ist? Fragwürdig... Als Konsument steh ich mittlerweile an dem Punkt, dass ich grundsätzlich alle stärker verarbeiteten Produkte meiden sollte; ob mit Palm-, Kokos- oder sonstwas -Öl.
Jungautor
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Betreff: Palmöl

[ Bearbeitet ]

Für Nutella-Liebhaber gibt es eine wunderbare Alternative: Bionella von Rapunzel. Wenn es jemand schafft, so nachhaltig wie möglich produziertes Palmöl zu verwenden, dann wohl die.


Und ja...auch ich habe es satt, mit der Lupe einzukaufen. Als Veganer wäre mir Palmöl zwar lieber als Butter - rein ernährungstechnisch. Aber ethisch gesehen natürlich nicht.

 

Wenn ich Migipedia absurfe, dann kriege ich das Gefühl, dass es sehr viele Konsumenten gibt, welche sich Ihre Gedanken machen und palmölfrei einkaufen wollen oder es bereits schon tun. Aber: auf die gesamte Menge aller zahlenden Kunden sind wir wohl nur ein Tropfen auf den berühmten heissen Stein, oder, was denkt ihr?

 

Uns bleibt je länger desto mehr nur noch der Gang in das Reformhaus.....