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Jungautor
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Marktlücke

Sehr geehrtes Migros-Team,
 
zuerst einmal möchte ich betonen, dass ich sehr zufrieden bin mit euch, euren Filialen, euren Angeboten und vor allen Dingen euren aha-Produkten.
 
Einen kleinen Optimierungsvorschlag hätte ich allerdings...
 
Als ich heute in der Migros die Mikrowelle zum Aufwärmen meiner mitgebrachten Speise benutzen wollte, wurde ich vom Migroschef höflich aber bestimmt darauf hingewiesen, dass die Migros ein Restaurant ist und deshalb kein selbst mitgebrachtes Essen konsumiert werden dürfte. Ich erklärte dem Migroschef, dass ich unter Allergien leiden würde. Daraufhin erwiderte dieser, dass er das jede Woche hören würde. Ich wollte Ihm meine Allergien "schwarz auf weiss" beweisen, doch er lehnte ab. Also versuchte ich zu erklären, dass ich gerne mit meinen Freunden essen möchte und dies die einzige Möglichkeit sei. Doch er beharrte darauf, dass ich meine Speisen im Restaurant kaufen müsste. Ich meinte nur, dass ich Pommes nicht mehr sehen könnte. Daraufhin erwiderte er, dass es durchaus noch andere Speisen geben würde, die ich essen könnte und das Küchenpersonal sich bestens auskennen würde und gerne bereit wäre, mir ein "Spezialmenü" zuzubereiten. Ich erwiderte, dass dies mit Vertrauen verbunden sei und die Erfahrungen mit dem Gastronomiepersonal teilweise eher enttäuschend waren. Dennoch befolgte ich seine Bitte und sprach mit dem Küchenpersonal. Als ich meine Allergien formulierte, (dabei handelt es sich durchaus um keine "exotischen Allergien") schaute der Koch mich wie erwartet fragend an und alles endete damit, dass ich wiedereinmal Pommes auf meinem Teller hatte...
 
Es ist für mich absolut verständlich, dass das Mitbringen von Speisen in einem Restaurant nicht erlaubt ist. Diese Situation heute brachte mich aber auf die Idee, dass es keinerlei Möglichkeiten in der Öffentlichkeit gibt, um sein selbstmitgebrachtes Essen in Gesellschaft aufzuwärmen... Gerade für Allergiker - wie mich - wäre es aber eine grosse Erleichterung. Gemäss ihres Küchenchefs und meines Wissens gibt es sehr viele Allergiker - Tendenz steigend... Daher meine Idee an Sie: 
 
Wie wäre es, wenn gegen eine gewisse Bezahlung selbstmitgebrachte Speisen im Restaurant aufgewärmt werden dürften... Dadurch würden Sie Ihre "aha-Philosophie" auch leben und könnten diversen Allergikern den Alltag massiv erleichtern... Wir könnten in Gesellschaft unser "safes" Essen geniessen, ohne uns vor "Beschwerden" fürchten zu müssen, Sie würden einen kleinen Umsatz erwirtschaften und hätten eine erhöhte Kundenzufriedenheit erzielt... Win-Win würde ich mal sagen...
 
Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldung. 
 
Hochachtungsvoll 
 
 
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Re: Marktlücke

Hallo @Jane5, besten Dank für deinen Beitrag. Kannst du mir bitte mitteilen, um welches Migros-Restaurant es sich hierbei handelt? Vielen Dank im Voraus und liebe Grüsse, Luisa

Jungautor
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Migros St.Gallen - Neumarkt
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Betreff: Marktlücke

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Auf die Gefahr hin, hier eine kontroverse Diskussion vom Zaun zu reissen (wobei solche ja nicht per se schlecht sein müssen), wollte ich hierzu meine ganz persönliche Ansicht kundtun. Bereits als Gast eines Firmenrestaurants kann ich mich jeweils einer leichten Irritation nicht erwehren, wenn einzelne Mitarbeitende ihr Mittagessen aus dem Tupperware konsumieren. Wirklich rational erklären kann ich mir das zwar nicht, denn ich kenne mich selbst grundsätzlich nicht als intoleranten Menschen. Es ist nur so ein unbestimmtes Gefühl, als wäre das Essen aus Tupperware-Geschirr dem Ambiente irgendwie abträglich. Immerhin halte ich mich aber jeweils still und starre die Betreffenden auch nicht an oder so. Ich erzähle dies nur, um nach Möglichkeit Verständnis dafür zu wecken, dass ich als Kunde eines Migros-Restaurants die Anwesenheit von picknickenden Gästen (in offenbar tendenziell steigender Anzahl) mindestens nicht als eine sehr grosse Aufwertung des Lokals empfinden würde.

 

Die andere Seite ist die Praktikabilität. Ist das Aufwärmen selbst mitgebrachter Speisen einmal erlaubt, wird es wahrscheinlich eine Frage von Minuten sein, bis die Ersten auch das Geschirr und Besteck des Restaurants benutzen wollen. Erlaubt dies das Restaurant nicht, ist die nächste Diskussion vorprogrammiert (Es entstünden doch deswegen keine Mehrkosten… Ob man denn nicht gegen einen kleinen Zuschlag…. Kennen wir ja alles.). Ist das Benutzen von Geschirr und Besteck – im Gegensatz übrigens zum mir bekannten Personalrestaurant – gestattet, wird es wahrscheinlich ebenfalls nicht lange dauern, bis die Ersten, welche eigenes Geschirr und Besteck benutzen, reklamieren, weil sie fürs blosse Aufwärmen gleich viel bezahlen müssen wie die anderen. Dann gibt es natürlich noch jene, welche zwar selbst mitgebrachtes Essen verzehren, das aber nicht aufgewärmt zu werden braucht. Soll das nun erlaubt sein oder nicht? Falls nicht, wie erklärt man dies den verständnislosen Betroffenen? Falls ja, zu was für einen Preis? Differenzierung mit/ohne Aufwärmen? Mit/ohne Geschirr und Besteck? Abgestuftes Tarifsystem je mögliche Kombination? Pragmatische Lösung samt Diskussion mit dem Querulanten des Tages? Wer dies alles als übertrieben taxiert, hatte vermutlich noch nie eine Arbeitsstelle mit regelmässigem Kontakt zu einem grossen und stark durchmischten Publikum. Restaurantleiter möchte ich da jedenfalls nicht sein.

Jungautor
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Ich finde es gut und spannend, andere Ansätze zu hören, die durchaus berechtigt sind... Ich finde deine Argumentationen und deine Vermutungen wirklich nachvollziehbar... Aber eigentlich bin ich auch dagegen, dass ALLE ihr Essen mitnehmen und verzehren dürfen in einem Restaurant... Aber bei mir ging es ausschliesslich um die Thematik der ALLERGIKER... Ich frage alle Restauranttester: Was ist dir lieber?! Die Verantwortung tragen zu müssen, wenn dann halt fälschlicherweise doch einmal Allergene auf dem Essen landen, mit lebensgefährlichen Folgen oder dann halt doch den eigenen stolz beiseitezulegen und zu tolerieren, dass Allergiker ihr eigenes Essen (garantiert ohne Allergene) verzehren... Dadurch müssen wir keinem Gastronom Umstände bereiten und können troztdem unser Essen in Gesellschaft geniessen ohne wie ein wahnsinniger Sonderling dazustehen...! Win-Win...!

 

LG

 

 

 

 

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OK, aber was macht dann der Restaurantleiter, der ich nicht sein möchte, mit den Gästen, die selbst mitgebrachtes Essen aufwärmen und angeben, Allergiker zu sein? Wegweisen, wenn sie keinen Allergiepass vorweisen können? Alles andere ergäbe wenig Sinn, denn da könnte man die Mikrowelle gleich für alle freigeben. Bei der Variante mit dem Pass wäre allerdings zu hoffen, dass nur Personen einen solchen erhalten, die auch tatsächlich unter einer Allergie leiden. Denn sonst liesse derjenige nicht lange auf sich warten, der... ihr wisst ja schon. Und wenn der Gast zwar einen Ausweis hat, jedoch lediglich Katzen- und Seifenallergien aufgelistet sind? Bis am Schluss braucht es einen Mitarbeiter, der neben dem Mikrowellengerät steht und die Berechtigung zur Benutzung kontrolliert. Alles übertrieben? Siehe oben...

Jungautor
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Nein, für Betroffene ist es nicht übertrieben... Und Leute, die solche Situationen ausnutzen, Allergien erfinden oder dergleichen - die tun mir einfach nur leid! Weil letztlich leiden die Allergiker und ich finde, wir leiden schon genug!!! 

 

 

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Ich Falle mit meinen Intoleranzen durch das gängige Muster, da sie sehr selten sind. Also bliebe dem Restaurantleiter nur das Vertrauen und ich bin sicher, da hätten plötzlich viele Leute eine Intoleranz, Allergie etc.
Jungautor
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Kenne ich auch, mit den kaum nachweisbaren Intoleranzen. Aber trotzdem... Es muss doch eine Lösung geben. Und ein bisschen Vertrauen sollte doch auch drinliegen... 

 

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Dass ein bisschen Vertrauen drinliegen können sollte - das gilt im Leben allgemein - ist absolut auch meine Meinung. Wie weit man sich realistischerweise darauf verlassen kann, dass die Leute das Vertrauen nicht missbrauchen, sehe ich andererseits beispielsweise jeden Samstag, wenn ich nach Ladenschluss an der Glas-Sammelstelle in meinem Wohnquartier vorbeigehe. Oder auch an einer Graphik in der gestrigen Zeitung:

Graphik.png