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Betreff: Joghurtbecher Recycling

Hallo Bodenseeknusperli (Mist, jetz hab ich Hunger :-))

 

Deine Frage ging wohl neben dem Gequengel unter. Aber ich glaube, das Karton dient der Stabilisierung des Bechers. Somit kann der Becher aus weniger Plastik hergestellt werden.

 

Greez

 

moz

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Betreff: Joghurtbecher Recycling

Hallo @deactivated user


Zum Recycling von Getränkekartons
Es ist korrekt, dass die Rücknahme von Tetra Paks technisch möglich ist. Allerdings ist bisher nicht erwiesen, dass dies aus ökologischer Sicht auch Sinn macht. Dazu folgende Punkte:


Im Gegensatz zum Ausland werden bei uns viele Verpackungen ökologisch und ökonomisch effizient über den Detailhandel zurückgenommen. Daher sind die Sammelsysteme und Erfahrungen aus dem Ausland nicht 1:1 übertragbar. 

 

Es wurden aber in der Schweiz schon entsprechende Abklärungen bezüglich des Tetra-Pak-Recyclings durchgeführt.

Neben den Abfallwertstoffen aus den existierenden Separatsammlungen müssen im Detailhandel zusätzlich Millionen von Mehrweggebinden und innerbetriebliche Abfälle wie Karton, Kunststoffe etc. zurücktransportiert werden. Deshalb müssten bei den erwarteten Rücklaufmengen im Detailhandel zusätzliche Fahrten mit LKW's gemacht werden, um das Volumen zu bewältigen. Damit würde der ökologische Nutzen einer Sammlung im Detailhandel ins Gegenteil fallen.

 

Des Weiteren fallen Mehrkosten an beim Handling und weitere Kosten, welche durch diese Sammlung entstehen (neue Behälter in den Verkaufsstellen, Lagerplätze in den Verteilzentralen und möglicherweise neue Ballenpressen) müssen berücksichtigt werden. Die Finanzierung des gesamten Systems ist nicht geklärt. Zusätzlich ist noch anzumerken, dass auch bei einem Recycling nach wie vor ein beträchtlicher Teil der Tetra-Packungen in die thermische Verwertung gehen wird (Aluminium und Kunststoffe).

 

Zur Aussage, dass die Migros nur zurück nimmt, was gesetzlich vorgeschrieben ist:
Die Migros nimmt einige Abfallfraktionen zurück, zu denen sie gesetzlich nicht verpflichtet ist; z.B. Rahmbläserkartuschen, CDs/DVDs und widerverschliessbare Plastikflaschen. Die Fachpersonen von der Abteilung Umwelt prüfen ganz genau, ob sich eine neue Sammlung ökologisch gut recyceln lässt bevor sie eingeführt wird (wie sie dies zum Beispiel vor einigen Jahren bei der Plastikflaschen-Sammlung gemacht haben).

 

Dass bei Lebensmittelverpackungen generell kein Recyclingmaterial eingesetzt werden darf, ist nicht ganz korrekt: Das hängt ganz entscheidend vom Lebensmittel ab (zum Beispiel davon, wie hoch der Fettgehalt ist und wie lange das Lebensmittel haltbar ist – sprich, in der Verpackung bleiben wird). Bei den Lebensmitteln, bei denen der Einsatz von Recycling-Kunststoff unbedenklich ist, wird dieser von unserer M-Industrie auch eingesetzt. Zum Beispiel enthalten alle PET Getränkeflaschen der Migros Eigenmarken mindestens 30% Recycling-PET (einige auch mehr). Auch die Kunststoff-Verpackungen für Wähen bestehen neu zu 80% aus Recycling-PET (hier ist Recycling-PET unkritisch, da die Wähen nur kurze Zeit in der Verpackung sind).

 

So viel können wir aktuell zum Thema Recycling sagen. Du kannst uns das glauben oder nicht. Neue Möglichkeiten prüfen sehr genau, bevor wir darauf zurückgreifen.

 

Liebe Grüsse und schon jetzt ein schönes Wochenende.

Tanja

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Betreff: Joghurtbecher Recycling

Hallo

 

Zum Recycling von Getränkekartons Es ist korrekt, dass die Rücknahme von Tetra Paks technisch möglich ist.

Du gibst also zu dass deine Ursprüngliche Aussage gelogen war. Aber auch etwas zu unterschlagen ist eine Lüge und in deinem Beitrag wird vieles unterschlagen. Warum kann die Migros nicht ehrlich sein?

 

Allerdings ist bisher nicht erwiesen, dass dies aus ökologischer Sicht auch Sinn macht.

Diese Aussage ist die Standardantwort bei den Gegnern und Grossverteilern, die sich um die Rücknahme drücken wollen. Sie stützt sich auf die ersten gesicherten Daten aus der ersten Testphase 2012 bis 2014. Die Datenmenge ist heute aber bereits grösser und lässt die ökologische Sinnhaftigkeit bereits ablesen. Die Migros, sowie etliche andere Detailhändlerriesen, wollen das nur nicht anerkennen. In Luxemburg werden inzwischen über 80% der Getränkekartons recycelt, in Deutschland ca. 65%. In beiden Ländern ist die Tendenz steigend.

Seit 2014 haben sich etliche weitere Recyclinghöfe (freiwillig und selber finanzierend) dem Projekt angeschlossen. Denen ist es zu verdanken, dass die Getränkekarton-Sammlung nun im grösseren Einzugsgebiet realisiert werden kann und dass Massnahmen des Recycling wesentlich grösserer Mengen erarbeitet werden können. Diese Aufwände und Kosten werden alle von privaten Spendern und kleinen Unternehmen getragen. Da die Migros von Anfang an voll dagegenhielt, kommt eine Unterstützung nicht in Frage. Diese Tatsache unterschlägst du auch, resp. der, der dir den Inhalt deines Beitrags befohlen hat.

 

Deshalb müssten bei den erwarteten Rücklaufmengen im Detailhandel zusätzliche Fahrten mit LKW's gemacht werden, um das Volumen zu bewältigen. Damit würde der ökologische Nutzen einer Sammlung im Detailhandel ins Gegenteil fallen.

Das ist wieder nur die halbe Wahrheit, denn die Fahrten der Rücknahme liefern aktuell nur an einen Standort. Sobald das System flächendeckend angewendet wird und mehrere Papierfabriken recyceln entsteht ein enormer Mehrwert durch die neu verfügbaren Rohstoffe.

 

Des Weiteren fallen Mehrkosten an beim Handling und weitere Kosten, welche durch diese Sammlung entstehen (neue Behälter in den Verkaufsstellen, Lagerplätze in den Verteilzentralen und möglicherweise neue Ballenpressen) müssen berücksichtigt werden. Die Finanzierung des gesamten Systems ist nicht geklärt.

Genau das selbe Argument gab es vor Jahren betreffend der Sammlung der Batterien und des Elekronikschrotts, der mittels der vorgezogenen Recycling-Gebühr flächendeckend etabliert wurde. Erst als die Verkaufsstellen zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet wurden, begannen sie kostengünstige Rückführungen zu entwickeln, bzw. Verantwortungen abzuwälzen (Outsourcing). Die Sammlung von Getränkekartons kann aber mit wesentlich geringeren Aufwänden realisiert werden, als es die Migros propagiert. Man argumentiert eben gerne mit Halbwahrheiten oder übertriebenen Schwindeleien, wenn man etwas verhindern will. Beispiele von kleineren Betrieben in der Schweiz und vielen ausländischen Grossbetrieben bestätigen kostengünstige Sammlungen, aber die Resultate werden von den Gegnern immerzu als nicht vergleichbar dargestellt. Für die Migros ist es eben bequemer und günstiger, wenn andere die Arbeit leisten, ihre Verpackungen sinnvoll wiederzuverwenden. Die Migros scheut Verantwortung und Entwicklungskosten, deswegen sollen die Verbraucher die Tetra-Paks im Müll entsorgen und dafür noch Sackgebühren zahlen.

 

Neben den Abfallwertstoffen aus den existierenden Separatsammlungen müssen im Detailhandel zusätzlich Millionen von Mehrweggebinden und innerbetriebliche Abfälle wie Karton, Kunststoffe etc. zurücktransportiert werden.

Bei diesen Wertstoffsorten rentiert es sich eben, weil die Migros die die jeweiligen Stoffe nahezu sortenrein sammeln kann und dadurch mehr daran verdient. Die Sammlung von Getränkekartons ergäbe den selben Effekt, sobald sie an mehreren Standorten recycelt würden. Auch das ist an ausländischer Praxis abzulesen, was die Migros aber nicht wahrhaben will und deshalb diesen Fakt unterschlägt oder das Gegenteil behauptet.

 

Zusätzlich ist noch anzumerken, dass auch bei einem Recycling nach wie vor ein beträchtlicher Teil der Tetra-Packungen in die thermische Verwertung gehen wird (Aluminium und Kunststoffe).

Falsch, bzw. einfach ganz frech gelogen! Für sortenreine Trennung von Aluminium und Kunststoff existieren bereits verschiedene Technologien. Bei den verschiedenen Verfahren werden die geschredderten Alu-Kusnststoff-Verbundstoffe entweder mittels Strahlung und Katalysatoren voneinander getrennt, oder Zellulose-Alu-Kunststoff-Verbundstoffe durch Mikroemulsion separiert. Genau auf diese Technologien stützen sich die Anstrengungen diverser Länder der letzten Jahre, Verbundstoffe wie Getränkekartons, Tuben, Batterien, Autoglas (VSG) Halbleiterplatten, Photovoltaik-Module selbst, also im jeweiligen Inland, zu recyceln und von den neu gewonnenen Rohstoffen zu profitieren.

 

Die Migros nimmt einige Abfallfraktionen zurück, zu denen sie gesetzlich nicht verpflichtet ist; z.B. Rahmbläserkartuschen, CDs/DVDs und widerverschliessbare Plastikflaschen.

Die Migros unterschlägt dabei aber die Rentabilität, sie tut das nicht weil sie ihre Verantwortung wahr nicmmt, sondern weil sie viel daran verdient. Der Fremdstoffanteil bei Rahmbläserkapseln liegt bei unter einem Prozent, der Rest ist Metall. Bei sortenreinen Metallsammlungen darf der Fremdstoffanteil je nach Abnehmer und Preisen zwischen 3% und 5% liegen. Die Rücknahme dieser Kapseln ist ein sehr rentables Geschäft für die Migros.

Bei den Cds und DVDs ist es genauso. Die reflektierende Metallbeschichtung beinhaltet Aluminium, Silber und manchmal auch Gold. Diese Metalle werden beim Recycling im Ätzverfahren gelöst und wiederverwertet. Die übriggebliebene Plastikscheibe besteht aus hochwertigem Polycarbonat, das unter den Kunststoffen ein sehr teures Material ist. Es rentiert sich für die Migros also die Rundlinge zu sammeln.

Die Sortenreinheit ist auch bei den widerverschliessbare Plastikflaschen leicht zu gewährleisten, bzw. der Fremdstoffanteil ist dabei sehr gering, weswegen sich die Sammlungen als Rohstoff verkaufen lassen.

 

Liebe Grüsse vom Migi-Ferkel

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Neuling
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Betreff: Joghurtbecher Recycling

 Praktische Tipps zur Abfalltrennung im Haushalt

 

(gibt ein schönes Merkblatt dazu, Link ist nicht erlaubt. Aber Tante google weiss Rat -> Sammelsack)

 

  • grundsätzlich alle Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff

  • Folien aller Art: Tragetaschen, Kassensäckli, Zeitschriften-, Sixpack-, Schrumpf- und
    Stretchfolien

  • Plastikflaschen aller Art: Milch, Getränke, Öl, Essig, Shampoo, Wasch-/ Reinigungsmittel,
    Weichspüler

  •  Tiefziehschalen: Eier-, Guetzliverpackungen, Früchte-, Obst- und Fleischschalen.. Rund 20%
    Verpackungen sind aus unterschiedlichen Kunststoffarten zusammengesetzt z.B. bei Käse- und
    Fleischverpackungen
    . Hier ist es sinnvoll, Kunststoffschale (Trays) und Deckel- bzw. Verschluss-
    folie abzutrennen, damit die Sortiermaschine auch beide Materialien getrennt einfacher erkennen
    kann.

  • Bei Kombinationen von Kunststoff mit Papier, Alu oder Glas die einzelnen Bestandteile möglichst getrennt entsorgen: Zahnbürstenverpackungen, bei Joghurtbecher Kartonumhüllung und Alu-Deckel entfernen.

  • Verpackungen aus Verbundstoffen: Pommes Chips, Erdnüsse, Kaffeebohnen, Getränkebeutel
    z.B. Capri-Sonne

  • Eimer, Kessel, Becken, Blumentöpfe, Transport- und Frischhalteboxen, Kosmetikdosen,
    Tuben, Duschmittel, Seifenspender, Nachfüllbeutel

  • PET-Nichtgetränkeflaschen: diverse Behälter, Lebensmittelverpackungen, Shampoo-, Essig-
    flaschen

Wichtig: Sammelgut muss nicht ausgewaschen werden, löffel- oder besenrein reicht völlig aus!

 

 

 

 

..und warum nicht einfach Migros meiden und in Läden einkaufen, wo der Verpackungswahn noch nicht um sich gegriffen hat...?

 

wo die Produkte aus der Region wirklich aus der Region - vom Bauern nebendran - kommen (sieht die Migros die ganze Schweiz als Region an..??)

 

und wenn wir schon bei Nachhaltig sind.. Verkaufsgeschäfte modernisieren ist ja gut und recht, aber dafür die schönsten Matten verbauen? Anstelle auf bestehendem Grund bauen, der Altbau wird ja sicher dann nicht zurückgebaut. Aber in der neusten Ausgabe der Migroszeitung sich rühmen über das Blütenmeer in der Industriezone.. da fällt mir nur ein Wort ein

 

Scheinheilig